Die Raumaneignung, -besetzung und -verdrängung Jugendlicher erfährt eine immer stärkere Brisanz und kann zu Erscheinungen führen, wie sie von Großstädten der USA bekannt sind, aber nie gewollt waren. Anfangs nur als Vergleichsarbeit zwischen deutschen Jugendkulturen und amerikanischen Gangs gedacht, verdeutlichen die hier vorgestellten Ergebnisse den Zusammenhang der beiden Lebensformen und weisen nach, daß in jeder Jugendkultur Keime für die Entstehung einer Gang liegen können. Das Buch kann insbesondere Städteplanern, Kommunalpolitikern, Sozialarbeitern und allen mit Jugendlichen befaßten Institutionen Aufforderung und Hilfe sein, räumliche Verdrängungsprozesse Jugendlicher nachzuvollziehen bzw. von vornherein auszuschließen. Die Analyse amerikanischer Gangs kann Hinweise geben, eine solche Entwicklung in Deutschland zu verhindern und all jene wach zu rütteln, die noch glauben, hierzulande sei Gangland unmöglich. Giesela Thiele, Jahrgang 1953, Dr. habil oec., Studium der Soziologie an der Leipziger Universität, Lehraufträge an mehreren Universitäten, Forschungsaufenthalte in Gießen, Köln und Lansing (Michigan, USA), seit 1992 Professorin für Jugendsoziologie und Gerontologie am Fachbereich Sozialwesen der Hochschule für Wirtschaft, Technik und Sozialwesen Zittau/Görlitz (FH), Buch- und Zeitschriftenveröffentlichungen zu jugendspezifischen Fragestellungen. Cals S. Taylor, Jahrgang 1949, Dr. phil., Studium der Kriminalistik an der Michigan State University in Lansing, seit 1994 Professor, Department of Family and Child Ecology, Dirctor of Community Youth Development Programs an der Michigan State University, East Lansing, Michigan, Buch- und Zeitschriftenveröffentlichungen zu Gangs und Jugenddelinquenz.