Romanisch: Facts & Figures

Autorzy:
Manfred Gross
Lia Rumantscha
Wydawca:
Lia Rumantscha (2004)
ISBN:
3-03900-034-9
Autotagi:
druk
książki
publikacje informacyjne
Źródło opisu: Wojewódzka Biblioteka Publiczna im. Emanuela Smołki w Opolu - Katalog centralny

Sprachminderheiten gleichen sensiblen Ökosystemen, die auf kleinste Veränderungen ihrer Umwelt reagieren. Die romanische Sprachminderheit, die mit ihren gut 60 000 Sprecherinnen und Sprechern problemlos in einem Fussballstadion mittlerer Grösse Platz finden würde, macht da keine Ausnahme. Eingebettet in den T alschaften des Schweizer Kantons Graubünden, all- seitig umgeben von grösseren und mächtigeren Sprach- gruppen, ohne sprachliches Hinterland auf sich allein gestellt, fristet sie seit Jahrhunderten ein eher unge- mütliches Leben. Der regionale Isolationismus als Resultat geschicht- licher, geographischer und politisch-konfes sioneller Ge- gebenheiten hat die noch bis ins 19. Jahrhundert ľ zumindest geographisch ľ zusammenhängende Rumantschia in mehrere Sprachinseln aufgeteilt und die Entwicklung eines gemeinsamen Identitäts- gefühls bis heute verhindert. Es gibt denn auch streng genommen gar keine źRumantschia», sondern fünf verschiedene, meist in sich gekehrte Sprachgruppen, die seit alters in Selbstzufriedenheit ihre Dialekte und Schriftidiome besingen, in der festen Überzeugung, ein Wir-Gefühl, ausgedrückt durch Momente wie eine gemeinsame Schriftsprache oder eine überregionale Tageszeitung, sei reiner Luxus. Die Lia Rumantscha, 1919 als romanischer Dachverband gegründet, hat sich u. a. zum Ziel gesetzt, die losen Kräfte zu bündeln und vereint gegen die drohende Auflösung (sprich: Germanisierung) des roma- nischen Sprachgebietes anzukämpfen. Es gilt, die Romaninnen und Romanen zu motivieren, für ihre Sprache einzustehen, vom Recht, ihre eigene Sprache zu lesen und zu schreiben, Gebrauch zu machen, diese möglichst überall in gesprochener und schriftlicher Form zu verwenden. Dazu braucht es sowohl die Förderung und Pflege der Dialekte und Idiome als auch die Verbreitung der gesamtbündnerroma- nischen Schriftsprache Rumantsch Grischun, die letztlich allein die angestrebte allgemeine Präsenz des Romanischen in allen Lebensbereichen garantieren kann. Die gesetzliche Grundlage, die für das Romanische in der Schweiz heute gegeben ist, ist selbstver- ständlich Voraussetzung für eine systematische und effiziente Spracherhaltungspolitik. Gesetze zum Schutz von Minderheitensprachen können aber nur greifen, wenn die Sprecherinnen und Sprecher selbst gewillt sind, ihre Sprache zu erhalten und zu fördern. Sie müssen bereit sein, über ihren eige- nen Schatten zu springen, aus ihrer Kleinräumigkeit auszubrechen und ihre Eigeninteressen ľ zumin- dest teilweise ľ zugunsten einer starken Einheit aufzugeben. Das Romanische zählt zu den gefährdeten Sprachen Europas. Rein statistisch gesehen müsste es in wenigen Jahrzehnten von der Sprachenkarte der Schweiz verschwunden sein. Prognosen über sprach- liche Entwicklungen sind aber bekanntlich schwierig anzustellen. So wurde der Niedergang des Romanischen bereits für die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts vorausgesagt. Die Prognose hat sich aber bis heute glücklicherweise nicht bewahrheitet. Solange die Romaninnen und Romanen gewillt sind, ihre Sprache zu sprechen, solange sie die Kraft zu immer wieder neuen Aufbrüchen haben, solange wird diese Sprache leben. Manfred Gross
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