Jenseits von Wurst und Käse:

44 Gedichte

Autor:
Matthias Politycki
Wydawca:
Luchterhand Literaturverlag (1995)
ISBN:
3-630-86855-X
Autotagi:
druk
książki
poezja
wiersze
Źródło opisu: Wojewódzka Biblioteka Publiczna im. Emanuela Smołki w Opolu - Katalog centralny

Er hat viel versucht und dabei manches gewonnen. Matthias Polityckis Romandébut źAus Fälle» umfasste gute tausend Seiten (wenngleich nur jede zweite auch wirklich Text aufwies) und wucherte mit allem, was die Tradition des modernen Romans zu bieten hat: mit der perspektivischen Aufspaltung einzelner Personen etwa, der Integration gattungsfremder Einheiten wie Gebrauchsanweisung und ästhetischer Theorie; er fiel sich dabei selbst ins Wort, spielte mit Bedeutungen, führte Sprache vor, setzte ins Zeichen, was gemeint war, und liess den Leser schliesslich nie darüber im unklaren, dass es sich hier um ein grossangelegtes literarisches Experiment handle, dem der Leseprozess von vornherein als kreativer Akt eingeschrieben sei: Vervollständigt werden sollte da, Texttrümmer und Wortsplitter sollten einem Sinn zugeführt werden. Nur eines wollte dieses gewaltige, von scharfsinnigen Querverweisen und Fussnoten strotzende Konvolut nicht bieten: Eindeutigkeit. Man hat źAus Fälle» - wohl etwas übereilt ľ mit Arno Schmidts Textkonstrukten verglichen. Dennoch, bei allen berechtigten Einwänden blieb ein Romanprojekt, dessen feingedrechselte Sprachartistik und unbedingte Ernsthaftigkeit staunen liessen. Danach erschien allerdings kaum etwas Nennenswertes mehr von Politycki: ein weiterer Roman (źTaifun über Kyoto»), Gedichte, schliesslich eine Lyrik-Anthologie. Und wenn jetzt mit dem neuen Band abermals der Lyriker Politycki in Erscheinung tritt, so setzt sich jene stilistische Spur fort, die bereits in den letzten Büchern angelegt war und deren Penetranz sich weitgehend auch ihr Scheitern verdankt. Denn was in źAus Fälle» noch mit allerlei syntaktischen und semantischen Finessen begeisterte, ist hier längst zum Manierismus pervertiert. Vor allem Polityckis Lust an der Inversion strapaziert den Leser, erweist sich als sprachliche Marotte, deren Existenz durch nichts gestützt oder gerechtfertigt wird. źJenseits von Wurst und Käse» - so scheint es - will vom prallen Leben erzählen, weitab vom abstrakten Gedankenkonstrukt. Von der Toilettenfrau zum Wurstbudenbesitzer, vom Bademeister zum Tankwart, all jenen soll das Wort erteilt werden, die man gemeinhin mit des Volkes Stimme identifiziert. Also lässt Politycki sie schwatzen, den alltäglichen Ärger vom Halse schimpfen; aber auch wenn sie in schönsten Vorurteilen schwelgen, abnehmen kann man ihnen ihren Ärger kaum. Immer wieder beschleicht den Leser der Gedanke, dass hier einer mit falscher Zunge redet, selbst die grösste Schnoddrigkeit erscheint eher grollend artifiziell als wirklich erfühlt. Hier erweist sich Polityckis grösstes Talent, das der ausgeklügelten, intellektuell angereicherten Formulierung, eher als hinder- denn förderlich. Weitaus geglückter scheinen da - wohl nicht von ungefähr - die Selbstreflexionen des Dichters im Café, etwa im Rundumblick źLanger Samstag»: źGesichter gibt's, die machen dich gesund. / Und andere gibt's, an denen wirst du krank / und kaufst dir schnell ein Hemd, um dich zu trösten, / die Hose noch dazu . . . Und fahl und faltig // feixt in den Spiegel du und winkst der Hose zu . . . / Der Kuchen: längst gegessen und der Kaffee: kalt, / die Zeitung: ist von gestern und das Radio: spielt / die neusten Hits - sie klingen alt, verbraucht, // Und wenn du vor die Türe zu treten wagtest, / dann steht an jeder Ecke bloss ein Mann und steht und raucht.» Das ist Dichtung ganz in Erich Kästners Sinne - leichtfüssig und unprätentiös. Aber will Matthias Politycki wirklich dorthin?
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