Die Begründung Europas:

ein Zwischenbericht über die letzten tausend Jahre

Autor:
Ferdinand Seibt (1927-2003)
Wydawcy:
Bundeszentrale für politische Bildung (2005)
S. Fischer Verlag GmbH (2002-2003)
Wydane w seriach:
Bundeszentrale für Politische Bildung: Schriftenreihe
ISBN:
3-10-074421-7, 3-89331-592-6
Autotagi:
druk
książki
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Die europäische Idee mag ein Kind der Jahrhundertwende hin zum 20. Jahrhundert sein: Ein Europa aber gibt es schon, jenseits aller Theorien, seit etwa 1.000 Jahren. Dies ist die Quintessenz von Ferdinand Seibts großartigem historio-geografischen Epochenabriss Die Begründung Europas. Darin deckt der Mediävist und langjährige Professor für mittelalterliche Geschichte an der Ruhr-Universität Bochum, Ferdinand Seibt, diese grenzüberschreitenden Kontinuitäten hinter dem weltgeschichtlichen Vorhang permanenten Wandels auf. Jenseits aller "Herrschaftsbildungen, Kriege, Heiratsverbindungen und Erbfälle" entwirft er das Panorama europäischer Gemeinsamkeiten im Alltagsleben. Es geht dabei zum Beispiel um Kleidung, Kriegsführung, Häuserbau: Über Pilger- und Handelsstraßen wurden vor allem im Mittelalter Errungenschaften und Eigenheiten verbreitet. Seibt geht teils zurück über Frühmittelalter und Spätantike, teils bis zu den Urgründen kultureller Entwicklung überhaupt (etwa bei der Beschreibung einer Geschichte der Verkehrs- und Handelsadern). Im Zentrum steht eindeutig das 14. Jahrhundert: So wird der im Untertitel angestrebte Wunsch, einen "Zwischenbericht über die letzten tausend Jahre" festzuhalten, teils über-, teils aber auch unterboten. Etwas bedauerlich ist, dass Seibt bei seinen Überlegungen unsere Jetztzeit mit ihrer "Verunstaltung" durch die US-amerikanische Einheitskultur bewusst ausspart: Hier hätte dem Buch etwas weniger konservative Kulturkritik durchaus gut getan. Ansonsten aber ist dem Autor ein großartiger, auch für interessierte Laien erstaunlich gut lesbarer und in seinen Entwicklungssträngen immer stringenter Abriss über die Anfänge unserer europäischen Zivilisation gelungen: verblüffend, spannend und lehrreich zugleich. - Thomas Köster Über den Autor und weitere Mitwirkende Ferdinand Seibt, geboren 1927 in Böhmen, war von 1969 bis zu seiner Emeritierung 1992 Professor für mittelalterliche Geschichte an der Ruhr-Universität Bochum. Einem großen Publikum wurde er bekannt mit historischen Bestsellern wie "Glanz und Elend des Mittelalters" und "Karl IV." Ferdinand Seibt ist Träger zahlreicher Auszeichnungen und Preise, Ehrendoktor der Karls-Universität Prag und Erster Vorsitzender des Collegium Carolinum in München, wo er lebt.
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